Ohne den Gedanken bin ich frei - eine Liebeserklärung an The Work of Byron Katie

Das Evangelium in unserem Kopf

 

“Gedanken sind Freunde, keine Feinde. Sie sind einfach das, was ist. Sie sind unschuldig. Wir machen sie nicht. Sie sind nicht persönlich." Byron Katie

 

Wir alle sind daran gewöhnt unsere Gedanken sehr persönlich zu nehmen und sie zu glauben. Wir glauben, dass sie etwas über uns bedeuten. Wenn zum Beispiel der Gedanke "Ich bin nicht gut genug" auftaucht, dann glauben wir, dass das tatsächlich über uns persönlich bedeutet, das wir nicht gut genug sind.

 

Und wir finden natürlich auch genug Beweise in uns und unserem Leben (wie jeder Mensch auf der Welt)! Wenn wir uns dann aber unser ganzes Leben lang anstrengen, um endlich gut genug zu werden und glauben, dass wir den Gedanken damit "abstellen" können, dann stellen wir fest, dass der Gedanke dennoch auftaucht. Vielleicht strengen wir uns dann noch mehr an ... doch der Gedanke kommt wieder und wieder und wieder.

 

Wir alle glauben in Krisen jede Menge Gedanken ohne uns zu fragen. ob sie eigentlich wahr sind, z.B.

  • dass das, was passiert ist, nicht hätte passieren dürfen,
  • sass es über uns bedeutet, dass wir nicht gut genug sind oder etwas falsch gemacht haben,
  • dass andere Menschen, Gott oder das Schicksal unfair und gegen uns sind,
  • dass wir (absichtlich) falsch behandelt wurden,
  • dass wir nicht (genug) geliebt bzw. respektiert oder wertgeschätzt wurden oder werden,
  • dass wir nie mehr glücklich sein können,
  • dass uns jemand verstehen, unterstützen oder retten sollte,
  • dass andere sich bei uns entschuldigen sollten,
  • dass wir uns nicht so fühlen sollten, wie wir uns fühlen.

Alle Menschen auf der Welt haben in Krisen solche Gedanken - und halten sie für die Wahrheit! Warum kommen wir nicht auf die Idee, dass diese Gedanken nichts mit uns persönlich zu tun haben?

 

Weil wir offensichtlich alles, was unser Gehirn an Sätzen und Bildern produziert behandeln, als ob es das Evangelium wäre. Meist kommen wir gar nicht auf die Idee, dass sie nicht die Wahrheit sein könnten und nichts über uns persönlich bedeuten könnten, dass sie Erscheinungen sind wie ein Regentropfen oder ein Sonnenstrahlen.

 

One Mind - wie ein einziges Gehirn!

 

The Work ist ein Weg, die Gedanken, die uns belasten und quälen zu untersuchen um zu sehen, ob sie wirklich wahr sind. The Work besteht aus 4 Fragen und Umkehrungen. 

Im ersten Schritt geht es darum, die Gedanken zu identifizieren, die unser Leid verursachen und ehrlich zu uns zu sein in Bezug auf unsere Überzeugungen.

 

Oft nehmen wir unsere Gedanken so persönlich, dass wir uns ihrer schämen. Doch wenn man (wie ich) mit vielen Leuten über deren Gedanken spricht, dann sieht man, dass wir alle dieselben Gedanken haben, als ob wir alle ein Gehirn wären. Es gibt keine neuen!

 

Es gibt keine verbotenen Gedanken

 

Manchmal meinst du vielleicht, dass du deine Gedanken nicht haben solltest, dass du spiritueller, freundlicher sein solltest oder dass du souveräner sein müsstest und das alles nicht so schwer nehmen.

 

Doch solange du keine Verantwortung dafür übernimmst, dass du diese Gedanken glaubst und sie dir Leid verursachen, gibt es keine Hoffnung. 

 

Es ist im ersten Schritt wichtig zu erkennen, dass es ganz normal ist alle Arten von Gedanken zu haben (auch boshafte, kindische, unrealistische, irrationale, destruktive oder "abartige") und dass es nichts weiter bedeutet, als dass du Teil der Menschheit bist.

 

Es gibt keinen Gedanken, der unmenschlich wäre. Insofern gibt es keine verbotenen Gedanken, sehr wohl aber leidvolle - und wenn du dir diese Gedanken verbietest oder so tust, als hättest du sie nicht, dann nimmst du dir auch die Chance auf Heilung.

 

Kannst du ganz sicher wissen, dass das wahr ist?

 

Einer der quälendsten Gedanken in meiner Krise rund um den Selbstmord meiner Mutter (kurz nach dem Tod meines Vaters) war "Alle haben mich verlassen".

 

Konnte ich ganz sicher wissen, dass das wahr ist? Nein! Glaubte ich es dennoch? Natürlich! Doch mir wurde langsam klar, dass der Gedanke viel mehr weh tat, als die Tatsache, dass meine Eltern tot waren und der Mann, den ich liebte, mich verlassen hatte.

 

Mit The Work stellen wir die Gedanken, die uns Leid verursachen, in Frage. Wenn du zum Beispiel glaubst, dass jemand dich durch das, was er oder sie getan oder gesagt hat ablehnt, dann fragt dich The Work, ob du wirklich ganz sicher wissen kannst, dass das wahr ist. Kannst du mit absoluter Sicherheit wissen, dass das, was die Person gesagt oder getan hat bedeutet, dass sie dich ablehnt?

 

Zunächst wirst du dich vielleicht wundern, warum du dich das überhaupt fragen sollst, da es doch wie eine Tatsache aussieht. Na klar war das ablehnend! 

Das haben doch auch alle, mit denen du gesprochen hast, bestätigt. Doch die Frage ist nicht, wie es ausgesehen hat oder wie es die anderen sehen, sondern ob du absolut sicher wissen kannst, dass die Person dich ablehnt.

 

Wie reagierst du, wenn du den Gedanken glaubst?

 

Als ich den Gedanken glaubte, dass alle mich verlassen haben, fühlte ich mich unendlich einsam und verzweifelt, aber auch unwert.

 

Ich glaubte, es läge daran, dass ich nicht gut genug war. Andersherum gesagt: wenn ich gut genug gewesen wäre, dann hätten mich nicht alle verlassen, dann hätte sich meine Mutter nicht das Leben genommen, dann wäre der Mann bei mir geblieben. Für den Verstand ist es immer einfach Beweise für seine Gedanken zu finden.

 

Schmerzliche Gedanken zu glauben tut sehr weh. Wenn ich glaube, dass mich jemand ablehnt, dann fühle ich die Folgen dieses Gedankens in meinem Körper. Mein negatives Gefühl kommt nicht von dem, was die andere Person getan oder gesagt hat, sondern von meiner Interpretation als "ablehnend".

 

Durch die Interpretation mache ich die andere Person zum Feind und mich zum Opfer. Ich projiziere Ablehnung. Ich setze mich herab. Ich lehne mich ab.

 

Es ist wichtig dir selbst gegenüber bezüglich deiner Gefühle und deiner Reaktionen auf den Gedanken ehrlich zu sein. Aller Gefühle und Reaktionen, auch Aggressionen dir selbst und der anderen Personen gegenüber, Selbstabwertung, Arroganz, Bedürftigkeit, Manipulation, Selbstgerechtigkeit etc.

 

Wer wärst du ohne den Gedanken?

 

Ohne den Gedanken, dass alle mich verlassen haben könnte ich sehen, wie viele Menschen noch da sind, wie sehr alle in meinen Gedanken und meinem Herzen sind.

 

Ich könnte sehen, dass mich niemand verlassen hat. Es ist kein "Verlassen", es sind nur Ereignisse, die man als solches sehen kann - oder auch nicht!

 

Ich könnte sehen, dass mein Wert nicht davon abhängt, dass ich dennoch ein Recht auf Glück habe.

 

Wenngleich ich trauern würde um den Verlust, wäre da keine Schuld und keine Abwertung meiner selbst. Ich wäre nicht für immer "verdammt". Es gäbe Hoffnung. Ich wäre frei und voller Liebe zu mir selbst und den anderen.

 

Wer wärst du in derselben Situation ohne den Gedanken?

 

Bei der Frage geht es nicht in einer Traumwelt, in der alles ganz anders gelaufen wäre, sondern in der selben Situation, in der genau dasselbe passiert ist!

 

Wer wärst du in derselben Situation ohne den Gedanken?

Vielleicht wärst du dann ganz bei dir? Vielleicht könntest du dem/der anderen authentisch zuhören? Vielleicht wüsstest du dann, dass es nichts mit dir persönlich zu tun hat? Vielleicht wärst du ruhig, bestimmt, offen, verbunden, interessiert?Wer wärst du, wenn du diesen Gedanken einfach nicht glauben könntest?

 

Dreh's um!

 

Umkehrungen zeigen, aus wie vielen Perspektiven man einen Gedanken betrachten kann und wie wahr all diese anderen Perspektiven sein können.

 

Ein Gedanke, den wir glauben, ist nicht mehr als ein klitzekleines Stückchen des unendlich großen Kuchens der Wirklichkeit. Und jede Umkehrung ist ein neues Stückchen. Je mehr Beispiele wie finden können, wie jede Umkehrung auch wahr oder wahrer sein kann, als der Originalgedanke, desto erleuchteter werden wir in Bezug auf die Wirklichkeit.

 

In meinem Fall war die wichtigste Umkehrung: Ich habe mich verlassen. Ja, denn indem ich glaubte, dass alle mich verlassen haben, weil ich so wertlos bin, habe ich mir die Schuld aufgeladen. Ich habe die Geschichte erfunden, dass ich verlassen wurde weil ich mich zu wertlos fand um geliebt zu werden. Ich habe gedacht, dass ich nie mehr glücklich sein kann.

 

Eine andere Umkehrung: Ich habe alle verlassen. Ja, indem ich ihnen unterstellt habe, mich nicht zu lieben, nicht an meinem Wohlergehen interessiert zu sein. Indem ich boshafte Gedanken über sie hatte.

 

Und die dritte Umkehrung: keiner hat mich verlassen. Ja, das ist wahr. Keiner hat mich je verlassen, denn alle sind so präsent in meinem Leben. "Verlassen" ist nur eine Geschichte, die ich erzähle.

 

Und was soll das Ganze?

 

The Work ist keine Quick-Fix-Methode um schnell ein Pflaster auf eine Wunde zu kleben. Sie erfordert Ehrlichkeit. Sie erfordert, dass du lieber die Wahrheit wissen willst, als Recht zu haben! Wenn du The Work über die Gedanken machst, die dich quälen, dann wurst du Stück für Stück erkennen, dass keiner deiner Gedanken wahr ist. Du bist frei!



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In diesem eBook zeige ich dir, wie ich meine schweren Verluste mit The Work of Byron Katie bewältigen konnte.

 

Und wenn ich das kann, dann kannst du das auch!

 

 

Aus der Untersuchung deiner leidvollen Gedanken mit The Work wirst du konkrete Schritte ableiten, wie du dir in dieser schwierigen Situation helfen kannst!

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