[Video Blog] Die Trauer soll endlich aufhören!

Kann das nicht endlich aufhören - der Schmerz, die Depression? Natürlich fragst du dich das, wenn du einen Verlust erlitten hast! Das habe ich mich auch gefragt und die meisten meiner Klient*innen fragen sich das!

 

Letzthin habe ich mit einem Klienten gesprochen, der auch sehr mit seiner Trauer hadert. Er wollte gerne einen Plan habe, wie er mit ihr umgehen soll, er wollte etwas in die Hand bekommen, das er abarbeiten und somit “schaffen” kann.

 

Nach einer Weile des Gesprächs sagte er: Die Trauer ist so unkontrollierbar. Sie kommt und geht wann sie will. Egal was ich mache.

 

Ja, das ist wohl des Pudels Kern.

 

Alles was mit Trauer zu tun hat ist unkontrollierbar

 

  1.  Wir können letztlich nicht kontrollieren, wann Menschen uns verlassen, wann sie sterben. So sehr wir uns auch bemühen!

  2. Genauso ist es mit den Gefühlen, die wir haben, nachdem etwas so Unkontrollierbares wie Tod und Trennung geschehen ist. Wir können nicht bestimmen, wann sie kommen und gehen. Wir können versuchen uns abzulenken, doch das ist den Gefühlen letztlich egal - wenn sie uns wollen, dann bekommen sie uns. Manchmal habe ich den Eindruck, je mehr wir uns wehren, desto hartnäckiger werden sie.

  3. Wir können auch nicht bestimmen, wie lange die Trauer andauert. Sicher können wir in Therapie gehen oder uns andere Formen der Begleitung suchen und das hat bestimmt einen positiven Effekt (wenn ich das nicht glauben würde, hätte ich voll meinen Beruf verfehlt). Doch dennoch: wenn wir sagen, in 3 Monaten soll es vorbei sein .. dann überschätzen wir unseren Einfluss! Es dauert einfach so lange, wie es dauert!

Auf unseren menschlichen Geist hat es fatale Auswirkungen, wenn wir mit Dingen konfrontiert sind, die unkontrollierbar sind. Er kann es einfach nicht akzeptieren, dass er keine Möglichkeit hat, hier mitzubestimmen.

Er erfindet dann alle möglichen Dinge, weil er mit der Unkontrollierbarkeit von Verlustsituationen nicht klar kommt, sozusagen um wenigstens eine Illusion von Kontrolle herzustellen.

 

Illusion von Kontrolle

  • Ideen von Schuld: wenn du Ideen von Schuld hast, also dass du schuld an dem Tod oder der Trennung bist, dann ist das ein Versuch deines Verstandes eine Illusion von Kontrollierbarkeit herzustellen. Wenn ich denke: "Wenn ich nur dies oder das anders gemacht hätte, dann wäre es nicht passiert", dann schreibe ich mir eine theoretische Kontrollmöglichkeit zu, die ich in Wahrheit gar nicht hatte!
  • Wut auf Gott, das Universum und Leben: Gedanken wie “Gott hat sich getäuscht”, “Das Leben ist unfair” oder “Das ist die Strafe Gottes” funktionieren ähnlich. Es gibt dann wenigstens jemanden, auf den ich wütend sein kann und das heißt, ich muss mich der Unkontrollierbarkeit nicht ganz beugen.
  • Selbstvorwürfe, weil der Schmerz immer wieder kommt: viele Menschen schimpfen innerlich mit sich, wenn der Schmerz sie wieder überwältigt hat, als ob das eine persönliche Schwäche von ihnen wäre. Auch hier schwingt mit: wenn du nur so oder so wärst (wie andere Leute!), dann wärst du schon längst darüber hinweg. Als ob man eigentlich die Kontrolle hätte, nur man selbst ist nicht in der Lage sie auch auszuüben! In Wahrheit gibt es keine Kontrolle!
  • Schmerz als Widerstand gegen die Realität: manchmal dient auch der Schmerz als Mittel gegen das Anerkennen der Realität, denn solange es weg tut habe ich mich nicht damit abgefunden. Dann habe ich wenigstens ein bisschen Kontrolle, denn ich kann mich weigern, mich je damit abzufinden.

3 Arten von Angelegenheiten

 

Immer wenn ich darüber nachdenke, fallen mir die 3 Arten von Angelegenheiten von Byron Katie ein. Sie sagt, sie könne im Universum nur 3 Arten von Angelegenheiten entdecken:

  1. Meine Angelegenheiten: meine Gefühle, Gedanken, Handlungen und alles, was ich entscheiden kann.
  2. Die Angelegenheiten anderer Menschen: deren Gedanken, Handlungen und alles, was nur sie entscheiden können (z.B. wann sie mich verlassen).
  3. Die Angelegenheiten des Universums bzw. Gottes: alles, was weder ich noch andere entscheiden können (z.B. wann jemand stirbt).

In der Trauer befinden wir uns oft außerhalb unserer Angelegenheiten: dass wir verlassen wurden, dass jemand gestorben ist sind nicht unsere Angelegenheiten, denn wir haben darüber ultimativ keine Entscheidungsgewalt. 

 

Auch wie lange der Schmerz wiederkommen wird liegt letztlich nicht in unserer Hand, denn wir können unsere Gedanken und Gefühle nicht steuern.

 

Außerhalb der eigenen Angelegenheiten zu sein ist schmerzlich!

 

Loslassen

 

Das einzige was wir tun können ist loslassen. Sagen: ich kann nicht mehr. Ich kann nichts mehr tun. Was immer passiert ist und passieren wird, ich kann nichts dafür und nichts dagegen.

 

Jon Kabbat-Zinn, der berühmte Achtsamkeitslehrer und Begründer von MBSR sagt: "Du kannst die Wellen nicht aufhalten, aber du kannst lernen, sie zu reiten."

 

Wie kann ich die Welle reiten?

  • Zuallererst: indem du aufhörst sie persönlich zu nehmen. Verluste und Trauer sind nicht deine Schuld. Sie passieren allen Menschen. Es ist nur das Leben, das sich zeigt und durch dich hindurchfließt. Es ist nicht deine Schuld, du hast nichts falsch gemacht. Du musst dir keine Vorwürfe deswegen machen, denn es liegt absolut nicht an dir!

  • Indem du vertraust, dass Schmerz dich nicht umbringen wird. Er wird dich verwandeln, aber töten wird er dich nicht. Nur vielleicht ein Stückchen deines Egos, das einsehen muss, dass es Dinge gibt, die größer sind als es.

  • Und: Er wird nicht für immer bleiben. Er wird vorbei gehen und möglicherweise wirst du danach eine ganz neue Qualität von Glück kennen lernen. wahrscheinlich ist es sogar so, dass er umso länger bleibt, je mehr du dich dagegen stemmst.

Trauer lädt dich ein, dich dem Strom des Lebens anzuvertrauen, und die Kontrolle aufzugeben

 

Wo keine Kontrolle ist, da kann eine andere Qualität sein: eine innere Gewissheit, Urvertrauen, Geborgenheit.

 

Der Versuch der Kontrolle bedeutet immer Misstrauen: ich vertraue dann dem Leben nicht 100 %ig, dass das was geschieht richtig ist. Ich glaube, ich müsste mitbestimmen, kontrollieren, manipulieren.

 

Ohne Kontrolle ist da Vertrauen, Hingabe ans Leben, Demut.

 

Hier fällt mir eines meiner Lieblinsgzitate von Byron Katie ein:

Alles was geschieht geschieht für mich, nicht gegen mich. Alles geschieht genau zum richtigen Zeitpunkt, nicht zu früh und nicht zu spät. Du musst es nicht mögen, es ist nur leichter, wenn du es tust.

 

Wenn du durch die Trauer kommen willst, dann gib den Widerstand auf und vertraue dich den Wellen des Lebens an!

 

Wenn du meinen Blogbeitrag ansprechend fandest, dann möchte ich dir meine Webinarreihe vorstellen, die am Freitag, 19.10.18 startet:

 

Hast du einen schweren Verlust erlitten und weißt nicht, wie du je darüber hinweg kommen sollst? Dann sei dabei bei meinem kostenlosen Live-Webinar, in dem ich dir die wirksamsten Wege zeige, auf denen du aus der Trauer zurück ins Leben gelangen kannst!

 

Du kannst zwischen folgenden Terminen wählen:
Freitag, 19.10.2018 9.00 oder 19.00 Uhr

Sonntag, 20.10.2018 19 Uhr
Montag, 21.20.2018 19 Uhr

Melde dich auch dann an, wenn du zu keinem der Termine kannst, denn es wird eine Aufzeichnung geben!

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